Auf Peter

Peter der Große muss ein merkwürdiger Mann gewesen sein. Groß war er wirklich, über zwei Meter, lebte aber am liebsten in der kleinsten Hütte mit niedrigen Decken. Selbst in seiner Residenz Peterhof (auf Russisch Petergof - so wie Hamburg Gamburg heißt und Hannover Gannover - Oh du russische Sprache, Quell nie versiegender Freude) nahe St. Petersburg hat er sich neben dem Palast ein kleines Häuschen gezimmert, von dem aus er auf den finnischen Meerbusen blicken konnte. Ja, so war er, der Peter, schweifte stets in die Ferne. Vor allem nach Holland, wo er was über Schiffsbau lernen wollte, stattdessen aber so über die Strenge schlug, dass sich ein gewisser Lotzing zur Oper Zar und Zimmermann inspiriert fühlte.
Seis drum, was Peter anpackte, wurde meistens etwas, und meistens sehr groß. Er hat St. Petersburg in Windeseile aus dem Boden gestampt. Und natürlich Peterhof - manche nennen es das russische Versailles (manche nennen die Peene ja auch den Amazonas des Nordens) Dort haben die Architekten schon vor 300 Jahren so genannte Scherzfontänen angelegt. Wenn sich das feine Fräulein unbedacht auf einen bestimmten Flecken der Bank setzte, wurde sie ruckzuck pitschnass. Die russischen Kinder finden das heute auch noch toll, werfen aber vorher die Klamotten ab.

In Peters alten Vorgarten steht er nun, der Nürnberger Brunnen, sein Gold glänzt in der Sonne wie am Tag seiner Ankunft in Russland. Ach, und in Nürnberg steht ein Zweitguss.
Mischkala - 14. Jul, 15:53